Die  NCS 2 in Kürze

National Congregation Study 2 :
Die Entwicklung lokaler religiöser Gruppen in der Schweiz (2008 – 2020)

Die zweite Welle der National Congregation Study (NCS 2), geleitet von Prof. Jörg Stolz, zielt darauf ab, die Entwicklung der Schweizer Religionslandschaft seit 2008 soziologisch zu beschreiben und zu erklären. Dies geschieht durch die Analyse lokaler religiöser Gruppen (Pfarreien, Ortsgemeinschaften, « Kongregationen ») im ganzen Land und über alle religiösen Traditionen hinweg. Im Anschluss an die erste Untersuchung (NCS1), beantwortet diese Forschung die folgenden zwei Fragen:

  1. Wie hat sich die religiöse Vielfalt in der Schweiz in den letzten zwölf Jahren entwickelt?
  2. Welches sind die spirituellen und lokalen Aktivitäten der lokalen religiösen Gruppen in der Schweiz und wie hat sich das Feld diesbezüglich verändert?

Methoden

Die NCS 1 aus dem Jahr 2008 war die erste europäische Erhebung augrund einer vollständigen Liste lokaler religiöser Gruppen auf nationaler Ebene. Auf der Grundlage dieser Zählung wurden mehr als tausend Gruppen repräsentativ befragt. Die NCS2 als zweite Welle wird es ermöglichen, Vergleiche zu ziehen, aber auch neuartige Daten zu erheben (insbesondere in Bezug auf die Auswirkungen von COVID-19 und über das Verhältnis lokaler religiöser Gruppen zu den Fragen Umwelt).

Als ersten Schritt werden wir den Zensus der ersten Welle aktualisieren. Aus dieser Liste werden wir eine repräsentative Stichprobe von 1400 lokalen religiösen Gruppen ziehen, denen wir eine aktualisierte Version des während der ersten Welle verwendeten Fragebogens zukommen lassen werden.

Erwartete Ergebnisse

Die Studie wird dazu beitragen, das erste globale Bild der Veränderungen im religiösen Feld der Schweiz zu erstellen. Dabei konzentrieren wir uns insbesondere auf die folgenden drei Forschungsbereiche:

  1. Religiöse Vielfalt, ihre Ursachen und Auswirkungen
  2. Die spirituellen und sozialen Aktivitäten der Gruppen
  3. Das Verhältnis der Gemeinden zu Umweltfragen

Weitere Ergebnisse beziehen sich auf die Auswirkungen von COVID-19, sich ändernde Beziehungen zwischen etablierten religiösen Gruppen und Neuankömmlingen, Änderungen in Ritualstilen, sozialen Aktivitäten, politischen Aktivitäten, Mitgliedschaften, Untergruppen, der sozialen Zusammensetzung und den Erwartungen von Mitgliedern und Führungspersonen der Gruppe .

Die Komponente des NCS2 zum Verhältnis lokaler religiöser Gruppen zu Umweltfragen wird von Prof. Dr. Jens Köhrsen und seinem Team (Universität Basel) im Rahmen des Projekts « Are Religions being Green? » (ebenfalls vom SNF finanziert) behandelt.

Die NCS2 ist die erste Replikation einer nationalen Erhebung lokaler religiöser Gruppen in einem europäischen Land. Die Ergebnisse sind gesellschaftlich wertvoll, da Journalist:innen, Politiker:innen und Führungspersonen religiöser Gruppen sie nutzen können, um ihre Einschätzungen und Entscheidungen zu untermauern.