Frida Vollenweider

«Die kleinen Dinge schätzen und sich bewusst zu machen, was man alles hat und damit zufrieden zu sein» 

Alter auf dem Foto: 101 Jahre

Frida Vollenweider wird 1921 im katholischen Schindellegi im Kanton Schwyz geboren. Sie wächst in einer der nur drei protestantischen Familien im Dorf auf. Deshalb wird sie, zusammen mit ihren Cousins und Cousinen, zuhause unterrichtet. Später schliesst sie eine kaufmännische Ausbildung an der katholische Handelschule in Menzingen (ZG) ab. Sie plant Architektin zu werden.  

Nach der Ausbildung will Frida Vollenweider ein Auslandsjahr in Rom absolvieren, sie kümmert sich um die Kinder einer Familie. Doch mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrt sie in die Schweiz zurück. Sie wird im Luftschutz in Schindellegi die Stellvertretende des Kommandanten, wo sie für schriftliche Arbeiten und Kontrollgänge verantwortlich ist. Hier lernt sie ihren zukünftigen Ehemann kennen.  

Im Jahr 1946, nach Kriegsende, heiraten sie und werden Eltern von drei Kindern. Die folgenden Jahre bezeichnet Frida Vollenweider als die schönsten ihres Lebens. Neben ihrer Rolle als Hausfrau übernimmt sie schriftliche Arbeiten für ihren Mann, der erst Bezirksrichter und später Nationalrat ist. Die Familie steht stets im Mittelpunkt: Ihr ist besonders wichtig, dass in ihrer Familie Frieden herrscht und man zusammen gemütliche Momente erlebt wie Sonntagsausflüge und Weihnachten. 

Mit dem Tod ihres Ehemannes 1980 lernt Frida Vollenweider Verluste mit Würde anzunehmen. Nach einem Bandscheibenvorfall im Alter von 100 Jahren muss sie sich von ihrem Zuhause verabschieden. Im Pflegeheim lebt sie sich sehr gut ein, der Umzug sei rückblickend das Beste gewesen.  

100 Jahre alt zu werden war nie das Ziel von Frida Vollenweider. Sie betrachtet ihr langes Leben als ein Geschenk, weil es ihr noch gut geht und sie so zufrieden ist. Als optimistischer Mensch schätzt sie das, was sie hat, und richtet ihren Blick auf die schönen Seiten des Lebens. Sie geniesst es zum Beispiel die Wolken und bunten Herbstbäume von ihrem Zimmer zu beobachten. Auch ihre persönlichen Beziehungen geben ihr viel. Mit ihren drei Kindern hat sie regen Kontakt. Beispielsweise geht sie einmal die Woche zum Essen zu ihrem Sohn, der in der Nähe wohnt.  

Im Laufe ihres langen Lebens hat Frida Vollenweider fundamentale gesellschaftliche und technologische Veränderungen miterlebt. Insbesondere die Erfindung des Radios und des Telefons, als sie etwa 6 Jahre alt war, haben ihr Leben stark beeinflusst. Noch heute zeigt sie grosses Interesse am Weltgeschehen. Zwar kann sie die Zeitung nicht mehr am Stück lesen, doch sie behält interessante Artikel, um diese später zu lesen. 

Mit ihren 101 Jahren blickt Frida Vollenweider mit Wertschätzung auf ihr Leben. Sie weiss, dass sie alles nach bestem Wissen und Gewissen getan hat und sich selbst dabei immer treu geblieben ist. Für ein erfülltes Leben rät sie, die kleinen Dinge zu schätzen und sich bewusst zu machen, was man alles hat und damit zufrieden zu sein.