«Mit dem zufrieden sein, was man hat»

Elfriede Bachmann wird 1922 in Basel geboren und wächst mit ihrem Bruder und ihrer Schwester auf. Obwohl ihre Eltern nicht viel Geld haben, hat sie viele schöne Erinnerungen an ihre Kindheit.
Nach ihrer Schulzeit träumt sie davon, Krankenschwester zu werden. Weil sie aber noch keine 18 Jahre alt ist, muss sie sich für einen anderen Beruf entscheiden. Da sie schon immer gerne genäht hat, beschliesst sie, Schneiderin zu werden. Aufgrund der politischen Lage gibt es jedoch kaum Lehrstellen. Als Elfriede Bachmann dann endlich eine Lehrstelle findet, stellt sich bald heraus, dass sie hauptsächlich als Dienstmädchen eingesetzt wird und kaum im Atelier arbeiten darf. Sie bricht ihre Lehre deshalb ab.
Wenig später beginnt der Zweite Weltkrieg, eine schlimme Zeit für sie. Die Baslerin erinnert sich an die Lebensmittelrationierung und die grosse Angst, dass Hitlers Truppen einmarschieren. Zu dieser Zeit arbeitet sie in der Chemiefabrik Sandoz, wo sie in der Verpackungsstation tätig ist. Als die Männer zur Armee eingezogen werden, wechselt sie in die Laborabteilung. Ihr gefällt die Arbeit dort, auch wenn sie Schwieriges erlebt: Elfriede Bachmann erinnert sich daran, dass das Labor beschossen wird und durch die Nähe zur Grenze beobachtet sie immer wieder Bombenangriffe. Die grösste Angst jedoch erlebt sie, als eines Tages mehrere Jagdbomber im Tiefflug direkt über sie hinweg fliegen.
Mit 16 Jahren lernt Elfriede Bachmann ihren späteren Ehemann kennen, einen Freund ihres Bruders. Im April 1942 heiraten sie. Die folgenden Jahre leben sie in einer Wohnung bei den Ziegelhöfen in Basel. Sie machen alles zusammen: Sie reisen zu Fuss und mit dem Velo durch die Schweiz, den Rucksack auf dem Rücken. Später erkunden sie mit Motorrad und Auto auch das Ausland. Sie besuchen Italien, Frankreich und Deutschland – das Zelt ist immer dabei.
Der grosse Traum des Paares: Ein Einfamilienhaus zu besitzen. Die beiden beschliessen zu sparen und erfüllen sich 1949 ihren grossen Wunsch. Ihr Haus in Basel (BS) renovieren sie gemeinsam. Mit 29 Jahren bekommt Elfriede Bachmann ihren lang ersehnten Sohn. Es folgt die schönste Zeit ihres Lebens. Ihre Familie ist immer der Mittelpunkt ihres Lebens. Aber auch die Freundschaften aus der Frauenriege und jene aus ihrer späteren Tätigkeit in der Mütterberatung sind wertvoll und wichtig.
Nach 73 Jahren glücklicher Ehe verstirbt ihr Mann. Mit 101 Jahren lebt Elfriede Bachmann immer noch im Familienhaus in Basel. Sie lebt nach wie vor selbstständig, geht einkaufen, kocht, liest Zeitungen und Bücher, pflegt weiterhin ihre sozialen Kontakte und freut sich über Besuch. Gerne würde sie mehr im Garten machen, aber ihr Körper mag nicht mehr. Darüber ist sie aber nicht traurig, so sei das Leben eben.



