{"id":6190,"date":"2025-12-10T11:22:35","date_gmt":"2025-12-10T10:22:35","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/?page_id=6190"},"modified":"2026-01-20T11:52:22","modified_gmt":"2026-01-20T10:52:22","slug":"emma-lina-susanna-schneider","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/de\/emma-lina-susanna-schneider\/","title":{"rendered":"Emma Lina Susanna Schneider"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong><strong><strong>&#8222;Arbeiten ist wichtig: So hat man keine Zeit, Unsinn zu machen!&#8220;<\/strong>&nbsp;<\/strong><\/strong><\/h4>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/swiss100_schneider2109961-2-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6402\" srcset=\"https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/swiss100_schneider2109961-2-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/swiss100_schneider2109961-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/swiss100_schneider2109961-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/swiss100_schneider2109961-2-768x768.jpg 768w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/swiss100_schneider2109961-2-540x540.jpg 540w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/swiss100_schneider2109961-2-1080x1080.jpg 1080w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/swiss100_schneider2109961-2.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Alter auf dem Foto: 104 Jahre<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Emma Schneider wird 1919 auf dem Bauernhof der Familie Rinderknecht in Z\u00fcrich Oberstrass geboren. Sie ist eines von f\u00fcnf Kindern und verbringt eine gl\u00fcckliche Kindheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon fr\u00fch hat sie den Wunsch, \u00dcbersetzerin zu werden. Nach einem f\u00fcnfmonatigen Aufenthalt in England macht der Krieg diesem Traum ein Ende. Mit der Unterst\u00fctzung ihres Vaters absolviert Emma eine Ausbildung zur Laborantin und besucht Vorlesungen an der Universit\u00e4t. Kurz vor ihrer Diplomierung wird sie im Mai 1940 zum Milit\u00e4rdienst einberufen und erh\u00e4lt den Auftrag, mit einem Arzt ein Labor auf einem Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt einzurichten. Dann hei\u00dft es abwechselnd: drei Monate im Dienst und drei Monate zivilen Einsatz. Diese Jahre sind schwierig, pr\u00e4gen sie jedoch zutiefst: Sie erwirbt F\u00e4higkeiten, die sie sonst nie h\u00e4tte lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit trifft Emma Schneider ihren sp\u00e4teren Ehemann, Hugo Schneider, einen ehemaligen Schulkollegen ihrer Br\u00fcder. \u00dcber ein Jahr lang schickt er ihr jeden Montag eine Postkarte, ohne jemals eine Antwort zu erhalten. Schlie\u00dflich willigt sie doch ein, ihn zu heiraten. Sie legt ihre eigene Karriere auf Eis, um ihren Mann, einen renommierten Milit\u00e4rhistoriker, zu unterst\u00fctzen. Emma Schneider wird seine Sekret\u00e4rin und wissenschaftliche Mitarbeiterin, begleitet ihn zu internationalen Kongressen, trifft K\u00f6nigin Elisabeth II. und empf\u00e4ngt Farah Diba, die Frau des Schahs von Persien.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ehepaar Schneider f\u00fchrt ein intensives intellektuelles Leben. Nach dem Krieg besuchen sie die gro\u00dfen historischen Museen Europas, um die Waffensammlung des Z\u00fcrcher Museums zu modernisieren. Da sie keine Kinder haben, widmen sie ihre ganze Energie ihrer Arbeit. Die Jahre zwischen vierzig und f\u00fcnfzig sind f\u00fcr Emma Schneider die gl\u00fccklichsten. Kurz nach der Pensionierung erkrankt ihr Mann an Leuk\u00e4mie, er stirbt im Alter von 70 Jahren. Sie pflegt ihn bis zum Ende zu Hause. Sie waren 44 Jahre verheiratet. Bei seiner Trauerfeier ist das Grossm\u00fcnster bis auf den letzten Platz besetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach diesem Verlust bricht Emma Schneider zusammen und baut sich dann wieder auf. Sie vollendet die letzten beiden Ver\u00f6ffentlichungen ihres Mannes und entdeckt dann die Porzellanmalerei f\u00fcr sich. Sie wird Adoptivgro\u00dfmutter der S\u00f6hne einer Nachbarin. Sie ver\u00f6ffentlicht ihre Memoiren. Einmal pro Jahr macht sie eine Kreuzfahrt. Mit 103 Jahren lebt sie immer noch allein, kocht selbst und achtet auf ihre Gesundheit: Sie trainiert jeden Tag auf ihrem Heimtrainer, ein Aquarell des elterlichen Hofs vor Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>Emma Schneider ist, obwohl fast erblindet, weiter neugierig auf die Welt: Sie h\u00f6rt Radio, liest dank eines Vergr\u00f6\u00dferungsger\u00e4ts und informiert sich \u00fcber das Geschehen. Und freut sich auf die n\u00e4chste Eishockey-Weltmeisterschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Mitglied der Vereinigung Exit sagt Emma Schneider: \u00abWenn ich wirklich pflegebed\u00fcrftig werde, m\u00f6chte ich nicht mehr weitermachen.\u00bb Bis dahin lebt sie ihr Leben mit Klarheit, Humor und beeindruckender Energie weiter. Kurz nach ihrem 104. Geburtstag st\u00fcrzt sie schwer und beschlie\u00dft selbstbestimmt ihr Leben.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Arbeiten ist wichtig: So hat man keine Zeit, Unsinn zu machen!&#8220;&nbsp; Emma Schneider wird 1919 auf dem Bauernhof der Familie Rinderknecht in Z\u00fcrich Oberstrass geboren. 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