{"id":6121,"date":"2025-12-09T13:53:28","date_gmt":"2025-12-09T12:53:28","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/?page_id=6121"},"modified":"2026-03-10T16:06:26","modified_gmt":"2026-03-10T15:06:26","slug":"adriano-durizzo","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/de\/adriano-durizzo\/","title":{"rendered":"Adrian Durizzo"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>\u201e<strong>Viel und gerne arbeiten, dann geniessen<\/strong>\u201c<\/strong><\/h4>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><img alt=\"\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/j2103335durizzo_fin-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6436\" srcset=\"https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/j2103335durizzo_fin-2.jpg 1200w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/j2103335durizzo_fin-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/j2103335durizzo_fin-2-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/j2103335durizzo_fin-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/j2103335durizzo_fin-2-768x768.jpg 768w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/j2103335durizzo_fin-2-540x540.jpg 540w, https:\/\/wp.unil.ch\/swiss100\/files\/2026\/01\/j2103335durizzo_fin-2-1080x1080.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Alter auf dem Foto: 102 Jahre<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Adrian Durizzo wird 1921 in Lotzwil als Sohn italienischer Einwanderer aus Como geboren. Obwohl seine Eltern ihn Egidio nennen wollen, wird er amtlich als Adrian eingetragen, seinem Zweitnamen, der erste ist dem Beamten zu kompliziert. Nach einer entbehrungsreichen, aber gl\u00fccklichen Kindheit absolviert er in Liestal eine 4-j\u00e4hrige Lehre in der Wolltuchbranche. Er tritt damit in die Fussstapfen seiner seit vier Generationen in der Textilbranche t\u00e4tigen Vorfahren. W\u00e4hrend der Lehre besucht er Abendkurse in Geometrie, Physik und Mathematik.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs studiert er f\u00fcr 4 Semester Textilingenieurwesen in Cottbus (Deutschland), wird jedoch 1942 als italienischer Staatsb\u00fcrger zum Milit\u00e4rdienst eingezogen und auf Lampedusa stationiert, wo er f\u00fcr die Radarstation und als Dolmetscher t\u00e4tig ist. Nach der Bombardierung der Aliierten1943 verlassen alle Kriegsbeteiligten die Insel fluchtartig und Adrian schafft es nur aufs Festland, weil der italienische Inselkommandant ihn aus Dankbarkeit aufs letzte Boot mitnimmt. Diesem hatte er erm\u00f6glicht, \u00fcber die deutsche milit\u00e4rische Telefonverbindung mit seiner Frau zu telefonieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Da er kein Italienisch spricht, ist er ohne weiteren Nutzen f\u00fcr die Italiener. Er fl\u00fcchtet, zuerst mit dem Zug, dann 500 km zu Fuss. Mit Hilfe eines Hirtenm\u00e4dchens findet er bei Nacht und Nebel \u00fcber die Gr\u00fcne Grenze in die Schweiz zur\u00fcck. Deshalb ber\u00fchrt ihn das Volkslied \u00abLa Montanara\u00bb (ital. f\u00fcr Berglerin) ein Leben lang.<\/p>\n\n\n\n<p>Bald findet er Arbeit als Textilingenieur, beginnt zudem mit Textilmaschinen zu handeln. Mit knapp 30 Jahren macht er sich selbst\u00e4ndig, er mietet eine Garage, kauft zwei alte Textilwebst\u00fchle, und beginnt Frottierw\u00e4sche zu weben. Mit seinem j\u00fcngeren Bruder Ren\u00e9 vergr\u00f6ssert er das Gesch\u00e4ft sukzessive. Es entsteht eine Fabrik in Sissach mit rund 30 Arbeitern. 1958 heiratet er Gertrud Steinbeck, wird Vater zweier T\u00f6chter und sp\u00e4ter Grossvater von zwei Enkeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Leben von Adrian Durizzo ist gepr\u00e4gt von Machertum, Innovationsgeist und harter Arbeit. Privat bleibt er lebenslang ein geselliger und geniesserischer Mensch, der die Freuden des Lebens liebt. Nach dem Verlust fast aller Freunde und Bekannten im Alter bleiben ihm tolle Nachbarn, welche sich bis zur Corona-Pandemie regelm\u00e4ssig treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch seine Technikbegeisterung lernt er noch in hohem Alter den Umgang mit dem Computer, um Geburtstagskarten zu kreieren, mit seinen Enkeln in England zu skypen und mit alten Bekannten im E-Mail-Kontakt bleiben zu k\u00f6nnen. Er schafft sich ein Elektroauto an und baut dies so um, dass sein Rollator darauf Platz hat. Unabh\u00e4ngigkeit ist ihm sehr wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ihm im Alter zu schaffen macht, sind seine Schwerh\u00f6rigkeit und die kraftlosen H\u00e4nde, hat er doch zeitlebens gerne gehandwerkelt und gebastelt. Dennoch ist er sehr dankbar f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, sich beruflich verwirklicht haben zu k\u00f6nnen und vor Krankheiten und Schicksalsschl\u00e4gen bewahrt worden zu sein.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eViel und gerne arbeiten, dann geniessen\u201c Adrian Durizzo wird 1921 in Lotzwil als Sohn italienischer Einwanderer aus Como geboren. 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