{"id":200,"date":"2025-07-11T13:20:41","date_gmt":"2025-07-11T11:20:41","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.unil.ch\/drehscheibe\/?page_id=200"},"modified":"2025-08-28T10:28:40","modified_gmt":"2025-08-28T08:28:40","slug":"our-project","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wp.unil.ch\/drehscheibe\/de_ch\/our-project\/","title":{"rendered":"Unser Projekt"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Schweiz bildet im 20. Jahrhundert eine der bedeutendsten Drehscheiben f\u00fcr internationale Literatur. Zwischen 1914 und 1991 gelangt eine F\u00fclle literarischer Werke \u2013 vermittelt durch historiografisch noch unsichtbare Akteur*innen \u2013 in die Schweiz, wo diese verlegerisch bearbeitet und dann auf andere Buchm\u00e4rkte weiterverbreitet werden. Das gilt f\u00fcr den modernen Roman (H. Broch, W. Faulkner, J. Joyce), die Lyrik der Avantgarde (G. Benn, E. Pound), aber auch die Unterhaltungsliteratur. Es sind die Weltkriege mit ihren humanit\u00e4ren (Exil) und wirtschaftlichen Auswirkungen, die Tradition der Schweiz im Transithandel sowie ein vom Staat nur wenig beeinflusstes Verlagswesen, in deren Folge sich dieser Umschlagplatz ausbilden konnte. Weder die Verlags- noch die stark nationalstaatlich ausgerichtete Literaturgeschichtsschreibung haben diesem Ph\u00e4nomen bisher angemessen Rechnung getragen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, ein genaueres Verst\u00e4ndnis der Funktionsweisen wie auch der literatur- und verlagsgeschichtlichen Folgen der verlegerischen Drehscheibe Schweiz zu entwickeln sowie die erste vollumf\u00e4ngliche Bibliografie von internationaler Literatur in Schweizer Verlagen 1914\u20131991 zu erstellen. Es ist dabei von der These geleitet, dass Schweizer Verlage im 20. Jahrhundert fr\u00fch als Instanzen der Internationalisierung von literarischer Kommunikation gewirkt haben und dass deren Untersuchung nicht zuletzt grunds\u00e4tzliche Aufschl\u00fcsse \u00fcber die transnationale Zirkulation von Literatur verspricht, wie sie zuletzt unter dem Begriff einer \u203aGlobalgeschichte der Literatur\u2039 erforscht wird. Die allgemeine Frage des Projekts lautet, wie Verleger*innen den M\u00f6glichkeitsraum Schweiz genutzt haben: Welche Korpora und Formate wurden geschaffen, welche \u00e4sthetischen und verlegerischen Impulse damit gesetzt und welche Netzwerke gebildet? Um diese allgemeine Frage sinnvoll bearbeiten zu k\u00f6nnen, wird das \u00fcbergeordnete Projektziel in drei Teilprojekte gruppiert, die historischen Fallstudien entsprechen und in denen auf der Basis von Verlagsarchiven grunds\u00e4tzliche Mechanismen und Effekte dieser Drehscheibe herausgearbeitet werden: Teilprojekt 1 Weltliteratur machen fragt nach den Strategien der Kanonisierung internationaler Literatur, die zwischen 1914 und 1950 verfolgt wurden. Teilprojekt 2 Wiederentdeckung der literarischen Moderne untersucht die Netzwerke und Verbreitungsmuster, die f\u00fcr die Wiederentdeckung der Moderne zwischen 1945 und 1966 verantwortlich zeichnen. Teilprojekt 3 Das verlegerische Ged\u00e4chtnis der Schweiz rekonstruiert, wie personelle Kontinuit\u00e4ten im Verlags- und Agenturwesen dazu f\u00fchrten, dass die Drehscheibe auch nach dem Krieg, 1952\u20131991 in Bewegung blieb. Um die vorgesehenen Ziele zu erreichen, verfolgt das Projekt verschiedene Methoden: Alle Teilprojekte verbindend ist die Analyse von Quellen aus Verlagsarchiven entlang der Fragen nach den Netzwerken und \u00dcbertragungslinien der Drehscheibe Schweiz sowie der konzeptuellen Genese verlegerischer Projekte. Diese Vorgehensweise wird je nach Teilprojekt durch einen buchwissenschaftlichen bzw. komparatistischen Zugang sowie die Methode der Oral History erg\u00e4nzt. Das auf vier Jahre angelegte Projekt, in dem u.a. zwei Doktorarbeiten, eine Online-Datenbank und ein Materialienband entstehen sollen, versteht sich als Grundlagenforschung, die aus einer transnationalen Perspektive eine Neubewertung von Schweizer Verlagen als Wegbereitern der transnationalen Zirkulation von Literatur im 20. Jahrhundert verspricht.<br>Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie <a href=\"https:\/\/data.snf.ch\/grants\/grant\/220193\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz bildet im 20. Jahrhundert eine der bedeutendsten Drehscheiben f\u00fcr internationale Literatur. Zwischen 1914 und 1991 gelangt eine F\u00fclle literarischer Werke \u2013 vermittelt durch historiografisch noch unsichtbare Akteur*innen \u2013 in die Schweiz, wo diese verlegerisch bearbeitet und dann auf andere Buchm\u00e4rkte weiterverbreitet werden. Das gilt f\u00fcr den modernen Roman (H. Broch, W. Faulkner, J. 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