Wo endet die Schule ? Transformation und Verschiebung der Bildungsgrenzen

Die allgemeine Verlängerung der Schulzeit und die Entwicklungen hin zum lebenslangen Lernen führen zu einer Verschiebung der klassischen Bildungsgrenzen. Neue Lehr- und Lernformen erobern Alltagspraktiken und -beziehungen. Zu Fragen nach Fachkenntnissen reihen sich Kontroversen um aktuelle soziale Probleme. Debatten über Staatsbürgerschaft, den Einsatz moderner Technologien und Umweltfragen halten Einzug in die Schule. Die Grenzen zwischen Bildung, Alltag und Beruf lockern immer mehr auf, verschieben und verändern sich.

Auf dem Jahreskongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) werden wichtige Themen rund um diese Transformationsprozesse hinterfragt und diskutiert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind dazu eingeladen, Beiträge auf den unterschiedlichsten Perspektiven – Individuen, Gemeinschaften, Bildungsinstitutionen, Bildungs- und Forschungspolitik — und zu den folgenden Themenschwerpunkten einzureichen:

  1. Beziehungen zwischen Bildung, Alltag und Beruf (Beziehungen Familie-Schule, Prozesse der Integration und der Inklusion, Präventionsprogramme, spezielle Fördermassnahmen, etc.)
  2. Bildungspolitik (Transformation schulischer Einrichtungen und Programme, politische und institutionelle Herausforderungen in Aus- und Weiterbildung, Debatten über Staatsbürgerschaft, Berufsbildung, Arbeitslosigkeit etc.)
  3. Transformation pädagogischer Berufe (Änderungen in der Ausbildung von Berufsbildnern, Bestimmungen und didaktische Methoden, Gesundheit am Arbeitsplatz etc.).
  4. Übergangs- und Orientierungsprozesse (berufliche und schulische (Re­)Orientierung, Abbrüche, Übergänge zwischen einzelnen Schulstufen, von der Ausbildung zur beruflichen Tätigkeit und in den Ruhestand, Prozesse sozialer Ungleichheiten und Differenzierung, fragmentierte Zugehörigkeiten und Neuzusammensetzung von Identitäten etc.).
  5. Lebenslanges Lernen (Beitrag von Längsschnittuntersuchungen, Fragen der Berufs- und Weiterbildung, Lebensverläufe etc.).
  6. Medialisierung (Rolle von Objekten und Werkzeugen der Medialisierung, von Informations- und Kommunikationstechnologien [ICT), von elektronischen Spielen und sozialen Netzwerken für Entwicklung und Bildung etc.).

Die Forschenden sind gebeten, Beiträge zu aktuellen Projekten einzureichen, auch wenn diese über das Kongressthema hinausgehen und andere relevante Bereiche der Bildungswissenschaften abdecken. Kongresssprachen sind Französisch, Deutsch, Italienisch und Englisch.